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Die Fenster der Abteikirche

Sonne fällt durch die Fenster in der Kirche der Abtei Michaelsberg
Fenster in der Kirche der Abtei Michaelsberg

Im Rahmen der Wiederherstellung der Kirche im Jahre 1949 war die Gestaltung der Fenster ausgeschrieben worden, zu der namhafte Glaskünstler Vorschläge einreichten. Ernst Jansen-Winkeln aus Mönchengladbach überzeugte mit seinem Entwurf und erhielt von Abt Ildefons den Zuschlag. Jansen-Winkeln griff die Farbigkeit und die Detailfreude der Glasmaler der Hochgotik auf, der Zeit also, aus der auch der Chor der Abteikirche stammt. 

In seinen Fenster reiht er Medaillon an Medaillon aneinander, alle in feiner figürlicher Ausgestaltung, die in der Fülle der Bilder für den Betrachter doch eher wie ein funkelnder Teppich wirken. Vertieft man sich aber in die Bildfolgen, erkennt man, dass Jansen-Winkeln kein Kopist gotischer Fensterkunst ist, sondern seinem eigenen expressionistischen Stil verfolgt, indem er durch feine Details über das Raster des einzelnen Medaillons hinweg in das nächste springt und so Darstellungsmöglichkeiten über größere Flächen findet. Eine offiziellen Würdigung seines Werkes lautet: 

„In ihrer harmonisierenden Verschränkung von Tradition und Moderne, in ihrer Farbenpracht und Leuchtkraft gehören die Siegburger Fenster zum Bedeutendsten, was die deutsche Glasmalerei des 20. Jh. hervorgebracht hat.“

 

Die Ausführung der Entwürfe lag in den Händen der Glasmalerei Oidtmann in Linnich. 

Jansen-Winkeln stellt seine Fenster unter bestimmte Themen. So sind zum Beispiel die kleineren Fenster im rechten Seitenschiff der Darstellung des Lebens des Abteigründers, des hl. Annos, gewidmet. Das Leben des Ordensgründers, des hl. Benedikts, zeichnet die Glasmalerei eines der Seitenfenster des Chores nach. In den die drei großen Chorfenstern preist Jansen-Winkeln nicht nur das Leben Christi, flankiert von Heiligen und Seligen, die in Beziehung zu Siegburg stehen, sondern er umrahmt das ganze Werk mit Engelszenen, die Mahnung des hl. Benedikt im 19. Kapitel seiner Regel aufgreifend und den Mönchen tagtäglich im funkelnden Lichtreigen wiedergebend: 

„Im Angesicht der Engel will ich Dein Lob verkünden“. 

Impressionen

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