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Der Innenraum der Abteikirche auf dem Michaelsberg.
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Innenausstattung der Kirche

Dem Besucher des Gotteshauses fallen zunächst die hervorragenden Fenster auf, die in der Zeit nach 1953 von Ernst Jansen-Winkeln, Mönchen-Gladbach, entworfen und in der Glasmalerfirma Gebrüder Oidtmann, Linnich, hergestellt wurden.  

Den Chor der Kirche ziert seit 1953 ein Chorgestühl aus Eiche mit 31 Figuren, geschnitzt von dem Kölner Bildhauer Eduard Schmitz. Diese Heiligendarstellungen haben – von den ersten beiden, Benedikt und Scholastika, abgesehen – keine thematische Verwandtschaft. Man kann sie als Stifterfiguren bezeichnen: Zwar sind nicht die Stifter selbst dargestellt, wohl aber die Namenspatrone der Männer und Frauen, die der Abtei diese kostbaren Figuren geschenkt haben. Im unteren Teil des westlichsten Fensters an der Südwand des Chores steht eine Orgel mit 20 Registern, die 1957 von der Firma Klais-Orgelbau, Bonn, gebaut wurde. Sie dient dem Mönchschor und den Gläubigen nicht nur zur Ausschmückung und Begleitung des liturgischen Gesanges, sondern auch als Konzertinstrument. Dem relativ kleinen Werk kommt eine tragende und füllende Akustik als Klangmultiplikator hervorragend entgegen. 

Der zwischen gotischem Chor und Kirchenschiff gelegene Altarraum wurde 1985 umgestaltet. Der kleine Blockaltar, die beiden Ambonen und die gusseiserne Absperrung wurden von dem Bildhauer Matthäus Winter, Limburg, geschaffen. Aus den Rotsandsteinteilen der Nachkriegsanlage schuf der Künstler die Trennungswände zwischen Presbyterium und Seitenkapellen. In der nördlichen Seitenkapelle befindet sich der Sakramentsaltar, während über dem südlichen Seitenaltar eine Muttergottesstatue im neobarocken Stil eines Münchener Künstlers hängt. 

Die überlebensgroßen Figuren des Längsschiffs sind aus dem 18. Jh. Die beiden vorderen – die Apostelfürsten Petrus und Paulus – stammen ursprünglich aus der Zisterzienserabtei Heisterbach im Siebengebirge. Die anderen vier Plastiken wurden für Siegburg geschaffen und stellen den hl. Bischof Bonifatius, den hl. Erzbischof Anno und die beiden Patrone der Abtei, den hl. Erzengel Michael im Kampf mit dem Drachen als Symbol des Teufels und den hl. Mauritius als Soldat der nordafrikanischen thebäischen Legion der Römer dar. Diese sechs Figuren wurden 1985 von Gangolf Minn restauriert und mit neuen Konsolen versehen. Der Künstler war verantwortlich für die gesamte Farbgebung der Kirche bei der letzten Restauration. Sein besonderes Verdienst ist die farbliche Gestaltung der neuen Kassettendecke, deren 178 Felder im Anschluss an die Chorfenster in lichtem Blau gemalt sind. Im südlichen Seitenschiff befindet sich in der Wand ein Relief mit der Darstellung des Sterbens des hl. Benedikt, geschaffen von Matthäus Winter, Limburg. Im nördlichen Seitenschiff hängt ein Kreuzweg des Hamburger Künstlers Rudolf Heinisch, den dieser nach dem Krieg schuf und der Abtei 1947 schenkte, ein nicht nur künstlerisch hochbedeutendes Werk in einer sonst nicht bekannten Mischtechnik, sondern auch ein politisches Dokument. Heinisch hatte in der Nazizeit Berufsverbot und gehörte zur Gruppe der sogenannten „Entarteten Künstler“. 

Der Kölner Erzbischof Anno hatte im 11. Jh. Schwierigkeiten mit den Kölner Bürgern, besonders aber mit dem Magistrat der Stadt. Umso herzlicher war sein Verhältnis zu den Mönchen und Stiftsherren, deren Klöster er gegründet hatte. Er kam öfters nach Siegburg, wo er unter den Mönchen selbst wie ein Mönch lebte. Das letzte Mal war er 1075 zum Kirchweihfest auf dem Michaelsberg. Bei dieser Gelegenheit sagte er dem Abt Erpho, dass er nicht im Dom zu Köln begraben sein wolle, sondern in der Abtei zu Siegburg. Anno war zu dieser Zeit schon kränklich und verstarb am 4. Dezember des gleichen Jahres in Köln. Sein Leichnam wurde sieben Tage lang durch die bedeutendsten Kirchen Kölns getragen; über die Abtei St. Heribert in Deutz kam er nach Siegburg. Im Mittelschiff der Abteikirche wurde er in einem älteren Grab – geziert mit romanischen Säulen und Bögen – beigesetzt. Sein Grab wurde bald Zielpunkt vieler Beter und Wallfahrer. Am 29. April 1183 wurde er von zwei römischen Legaten heiliggesprochen und seine Reliquien in einem kostbaren Schrein geborgen. Das Grab wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg durch den Schutt der romanischen Kirche bedeckt und erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder entdeckt.

Impressionen

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