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Ordensregel

des Heiligen Benedikt von Nursia
Benedikt

Der Heilige Benedikt schrieb die später nach ihm benannte Klosterregel nicht im „luftleeren Raum“. Er stand bereits in einer 300 Jahre alten Tradition des Mönchtums. Er kannte die Lebensgeschichten berühmter Mönchsväter und war auch mit ihren Regeltraditionen vertraut. Er selbst verweist zum Beispiel in seiner Regel auf die Regel des Heiligen Basilius. Auch die Hinweise, die der Heilige Augustinus für das Leben in Gemeinschaft gab, sowie die so genannte Regula Magistri, das Werk eines unbekannten Mönches, haben die Benediktsregel beeinflusst. Sicher kamen Benedikt auch seine eigenen Erfahrungen im klösterlichen Leben zugute. Wie das gesamte Mönchtum betrachtete jedoch auch er die Heilige Schrift als die wichtigste Norm und den eigentlichen Wurzelgrund des Mönchtums.

Die Benediktsregel ist ein Buch geistlicher Weisung mit dem Ziel, dem Leben in klösterlicher Gemeinschaft eine Ordnung zu geben. Benedikt wollte damit nicht etwas gänzlich Neues schaffen, sondern sich in die monastische Tradition einordnen und ihr Bestes weitergeben. Dies gelang ihm so gut, dass auch 1500 Jahre später noch immer Frauen und Männer im Geist dieser Regel leben und sogar viele Menschen jenseits klösterlicher Gemeinschaften in diesem Buch Anregungen für ihr Leben und den Umgang mit Anderen finden.

Die wesentlichen Elemente der Benediktsregel sind:
Christozentrik: Der auferstandene Herr Jesus Christus ist die Mitte des geistlichen Lebens der Gemeinschaft. Ihm sollen die Mönche entgegengehen. Der Abt soll die einzelnen zu Christus, den eigentlichen Abbas, zu führen, und darauf achten, dass die Gemeinschaft auf dem Weg des Evangeliums bleibt.

Gottesdienst: Benedikt will, dass dem Gottesdienst nichts vorgezogen werde. Er gibt dem Gebet eine feste Ordnung. Zu bestimmten Zeiten versammeln sich die Mönche zum gemeinsamen Gotteslob. So mühen sie sich, Herz und Stimme in Einklang zu bringen und das ganze Leben auf Gott auszurichten.

Gemeinschaft: Die klösterliche Gemeinschaft ist kein Selbstzweck, sondern soll das Haus Gottes sein, ein Ort, der dem einzelnen Mönch die Suche nach Gott ermöglicht. Neben den Erfordernissen des Gemeinschaftslebens lässt Benedikt dabei jedoch nie die Bedürfnisse des Einzelnen außer Acht.

Gehorsam: Der geistliche Sinn des Gehorsams hat nichts mit dem blinden Befolgen von Befehlen zu tun, sondern meint das Aufeinander-Hören in liebevoller Offenheit. Hören, ein Leitwort Benedikts, ist eine Disziplin des Herzens, ein Prozess der Achtsamkeit auf das Wort des Herrn und des Mitbruders. Diese Haltung ist notwendig für das Gelingen von Gemeinschaft.

Benedikt

Stabilität: In der Bindung an die Gemeinschaft gewinnt der Mönch den festen Boden unter den Füßen, um seine Suche nach Gott jeden Tag neu in Angriff zu nehmen.

Diskretion: Hiermit ist die Unterscheidungsgabe (discretio) gemeint, die das Zuviel wie das Zuwenig meidet und in allem das rechte Maß sucht. Benedikt nennt sie die Mutter aller Tugenden.

Gastfreundschaft: Benedikt beschreibt die Aufnahme von Gästen in liturgischer und spiritueller Sprache. Gastfreundschaft ist Offensein für Fremde, in denen die Gemeinschaft Christus aufnimmt.

Das bekannte Motto „Ora et labora“ findet sich nicht wörtlich in der Benediktsregel und ist erst in neuerer Zeit zu einer Art Kennzeichnung benediktinischen Lebens geworden. So wie es in diesem Zusammenhang gebraucht wird, beschreibt es jedoch sehr gut das Anliegen der Benediktsregel, Spiritualität und Alltagserfordernisse zusammenzubringen. Beide Elemente, Gebet und Gottesdienst auf der einen Seite, Arbeit und Erholung auf der anderen Seite, gehören zum klösterlichen Leben. Die Benediktsregel findet an vielen Stellen das richtige Maß zwischen diesen beiden Seiten – ein Geheimnis ihres Erfolges und ihrer zeitlosen Gültigkeit.
 

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Pressemitteilung vom 24.06.2010. Siehe bitte auch: zusätzliche Infos

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